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In Diskussionen über Fragen von Gefährdung und Sicherheit in Spiel-Gärten und auf öffentlichen Spiel-plätzen erleben wir derzeit häufig eine merkwürdige Diskrepanz.

Fundierte Erkenntnisse und Einsichten aus der Entwicklungspsychologie und Pädagogik stehen einer Gesellschaft gegenüber, in der administrative, normative und haftungsrechtliche Festlegungen einen enormen Umfang erlangt haben. Hier spielt möglicherweise eine große Rolle, dass unser Sicherheits- und Sicherungsbedürfnis ständig zuzunehmen scheint, während wir aufgrund geänderter Lebensumstände immer weniger in der Lage sind, natürliche Gefahrenpotentiale richtig einzuschätzen und damit entsprechend umzugehen.

Wir wissen heute sehr genau, welch große Bedeutung körperliche Fähigkeiten auch für die psychische Entwicklung haben, und es sollte uns nachdenklich stimmen, wenn Kinder zunehmend Störungen in der motorischen Entwicklung aufweisen. Diese Kinder aber leiden nicht nur oft unter ihrer Mutlosigkeit und Unsicherheit, sondern sie sind gerade deswegen auch bei vielen Bewegungs- und Abenteuerspielen gefährdeter als ihre Altersgenossen. Es ist aber sicherlich falsch, diesem Phänomen lediglich mit weiter ausgefeilten Sicherheitsnormen zu begegnen, sondern wir brauchen Spiel- und Erfahrungsräume, in denen die Kinder auch lernen, mit Schwierigkeiten und Risiken umzugehen. Die weitverbreitete Sorge, die Kinder warteten gleichsam nur auf Gelegenheiten, sich oder anderen etwas Schreckliches zuzufügen, ist unbegründet. Ganz im Gegenteil verhalten Kinder sich in aller Regel sehr vorsichtig und setzen sich keinen Gefahren aus, die ihnen bedrohlich werden können.

Aus diesen Einsichten lassen sich 3 Grundsätze ableiten:

Spielerische Risiken sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Spielmöglichkeiten und Lernerfahrungen und dürfen auch aus pädagogischer Sicht nicht fehlen.
Schwierige und riskante Situationen müssen für Kinder - ihrem Alter entsprechend - erkennbar und kalkulierbar sein; versteckte Gefahren sind unzulässig. Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen sind dort zu treffen, wo
1. als relativ wahrscheinliche Folge des Spiels bzw. der Gerätenutzung schwere Verletzungen auftreten können,
2. Risiken auftreten, die für diese Spielmöglichkeit unnötig sind,
3. Risiken auf mangelhafte technische Lösungen oder Wartungsfehler zurückzuführen sind,
4. Risiken nach Spielbeginn auftreten oder zunehmen, ohne dass betroffene Kinder dieser Gefährdung sofort ausweichen können.
"Spielbereiche sollten in etwa die gleiche Sicherheit und das gleiche Risiko enthalten wie Lebensbereiche, in denen sich die Spielenden üblicherweise bewegen. Es kann nicht darum gehen, für Spielbereiche ein Sicherheits-Ausnahmeklima zu schaffen" (Agde u.a. 1996) Die Entscheidung über Schutzmaßnahmen hängt dabei wesentlich von zwei Kriterien ab: die Schwere eines möglichen Unfalls und seine Wahrscheinlichkeit. Erst die entsprechende Gesamtbeurteilung ermöglicht beispielsweise, ob eine bestimmte Schutzmaßnahme notwendig ist, wie sie auszusehen hat und wie dringlich sie ist.


Literatur

Agde, G. u.a.: Sicherheit auf Kinderspielplätzen. Spielwert und Risiko. Sicherheitstechnische Anforderungen. Rechts- und Versicherungsfragen. Wiesbaden/ Berlin, 4. Aufl. 1996

Blinkert, B.: Aktionsräume von Kindern in der Stadt. Pfaffenweiler, 2. Aufl. 1996

Blumenberg, H.: Die Lesbarkeit der Welt. Frankfurt/M. 1981

Gebhard, U.: Kind und Natur. Wiesbaden, 2. Aufl. 2001

Hohenauer, P.: Spielplatz Gestaltung naturnah und kindgerecht. Wiesbaden/ Berlin 1995

Autor
Herbert Österreicher, Dipl. Ing. (FH), ist als freiberuflicher Planer für Außenanlagen an Kindertageseinrichtungen verschiedener Träger sowie als Weiterbildungsreferent im Bereich der Umweltbildung und Naturkunde tätig. Kontakt über: http://www.kinderfreiland.de

Sicherheit:

Wir halten uns an die seit 1999 auch für die Schweiz gültigen Spielplatznormen SN EN 1176: 2009.

Mit der Schlussrechnung bekommen Sie von uns eine detaillierte Wartungsanleitung und eine Sicherheitsdeklaration, zusammen mit einer Offerte für die jährliche Hauptinspektion.

Auf Wunsch organisieren wir auch eine abschliessende Prüfung durch einen Sicherheitsfachmann der schweizweit anerkannten BfU (Beratungsstelle für Unfallverhütung), welche ein detailliertes Prüfprotokoll erstellt.

Die anfallenden Kosten gehen zu Lasten des Auftraggebers.